17. Januar 2016

Design Trends 2016: URBAN JUNGLE

Ich kaufe beruflich oft Stücke der H&M Home Kollektion, weil sie günstig und den Kunden meist unbekannt sind, die sehen "nicht von Ikea" und sind zufrieden. Die neue Spring Kollektion ist aber so gut und hat den aktuellen Dschungel-Blätter Trend so rasch adaptiert, dass ich diesmal auch privat zuschlagen werde. Da wächst eine ernsthafte Konkurrenz nicht nur für die anderen Schweden heran.





Der urbane Dschungel ist schon Mitte 2015 aufgetaucht, startet aber 2016 richtig durch.
Ich möchte für ein aktuelles Projekt Blätter-Tapeten wie diese verwenden:



Stilvolle an die 60er Jahre erinnernder Retro-Look Tapete "Limba" von casamance.
Oder diese etwas wildere von AS Creation:




Bisher konnte ich meinen Auftraggeber noch nicht überzeugen, vielleicht mit dem Cafe Odette in Warschau, das hat genau die Zutaten, die ich auch möchte:




Vielleicht servieren sie auch die passenden Cakes dazu? 





12. Januar 2016

Restaurant "Salonplafond"

Das Licht ist gut. Sowohl die Lichtstimmung als auch die Leuchten. 
Endlich Kalmar. Leuchten dieser traditionsreichen Wiener Firma, gegründet 1880, sieht man in Wien privat oder öffentlich so gut wie nie. Ich selbst kann sie mir nicht leisten, aber auch alle meine Auftraggeber haben bisher abgewunken. Hier hat der Kunde, Tim Mälzer persönlich die Leuchten ausgesucht. Der Architekt wollte andere. 
Überhaupt hatte es der Architekt schwer, er hat mir zu Beginn der Umbauarbeiten geschrieben, dass viele Entscheidungsträger mitreden (wie meistens) und, dass es schwer sei, die gewünschte Funktionalität mit der Pracht des Raumes zu verbinden. Nun ja. Sooo schwer auch nicht, denn das hatte im ersten MAK Restaurant Herman Czech perfekt umgesetzt (s.auch hier).

Konzept Speisesaal: hell, elegant, luftig.
Danach sah es eine Weile so aus:

Konzept Remmidemmi: bunt, zackig, kühl

Es konnte nicht schlimmer werden. Ist es auch nicht. Vieles ist gut, besser sowieso. 
Die Wandfarbe, die Akustik (das war der große Störfaktor in der Czech Eleganz), Möblierung und eben das Licht. Doch wieso die Abtrennung des herrlichen Raumes mit einer großen Küchenkredenz, die, man ahnt es, Zuhausegefühl erzeugen soll? 
Erzeugt sie aber nicht, eher Kulissencharme oder Themenraststättenambiente. 
Dazu passen "originelle" Requisiten wie alte Schreibmaschinen und Pinnwände, die von den Gästen benutzt werden sollen. 
Hipsterdeko-Albernheiten in einem Saal, der der Renaissance huldigt. Uncool.
Das passt zur Speisekarte, die unsensibel norddeutsch formuliert ist ("frisch gequetschter Orangensaft"). Gab's da keinen Berater? Wiener und Wien Touristen wollen Wiener Deutsch. Belehrungen der Sprache sind überaus heikel in Wien, speziell beim Essen und speziell von Deutschen. Prompt regen sich alle Kritiker darüber auf. Das trübt die Lust auf das Essen. Unnötig.
Zum Essen kann ich nichts sagen, weil um 18 Uhr kann man nur belegte Brote, Buffetsalate und Kuchen essen. Ich hatte ein Brot (viel Brot-wenig Belag). Unbefriedigend.


Jetzt Konzept Wohnzimmer: heimelig, dunkel, eng

Die Lampen sehen eigentlich so aus:


Ahh

Etwas noch zur Schwierigkeit funktionale Ansprüche mit denkmalgeschützter Umgebung zu vereinen: Richtig schief gegangen ist das bei dem Weinkühler, der natürlich kühlen und dem Kunden seine Vorräte vitrinengleich zeigen muss. Aber muss er auch in wechselnden, bunten LED Licht erstrahlen? So Spielautomatenmäßig. 
Warten wir auf den Sommer, dann kann man in dem tollen, vergrößerten Gastgarten sitzen!

gibt auch rotes und blaues Licht



10. Januar 2016

Fundstück: DJ Electrine

Was ist das für ein Name, Electrine? Künstlername der Malerin? 
Heutzutage wäre das ein guter DJ Name!




Und so niedlich sah ihre Nichte aus, damals.



8. Januar 2016

Kunst: glückliche Schweine

Ein seltenes Motiv, nicht nur in der Malerei: glückliche Schweine.
Diese Agraridylle malte 1881 Hans Thoma.
Eigentlich geht es um den Hirten, das Bild heißt "Der verlorene Sohn (Der Schweinehirt)", aber wie so oft sind die Nebendarsteller besser als die Hauptfigur.






Dazu passt, dass ich zu Weihnachten die unterhaltende, kulturhistorische Abhandlung über Schweine von Thomas Macho geschenkt bekam. Dieses Bild, das im Münchener Lenbachhaus hängt, kommt darin nicht vor. Aber unglaubliche Fotos eines japanischen Schweinehirten, der mit seinen Tieren liest, ißt, faulenzt - lebt. Obwohl auch er die Tiere nur hält, um sie zu töten, ist er voller selbstverständlicher Zuneigung. Er zeigt, wie Tierhaltung auch gehen kann, allerdings möchte ich nicht wissen, wie der Mann riecht.
Churchill soll gesagt haben, er möge Katzen nicht, weil sie auf einen herabschauen, Hunde nicht, weil sie zu einem aufschauen, aber Schweine mag er, weil sie einen auf Augenhöhe ansehen. Leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit.

5. Januar 2016

Assoziationen: König Leopold - Phil Spector

Es ist doch immer inspirierend ins KHM zu gehen (Kunsthistorische Museum Wien). 
Zum Beispiel für diese Statur von Leopold dem Ersten (1640-1705), und die Anekdote einer nachhaltigen, künstlerischen Rache. König Leopold wollte nämlich angeblich dem Bildhauer, der ihn für die Pestsäule verewigen sollte, nicht den vereinbarten Lohn bezahlen. Daraufhin hat der Künstler den wegen der vorstehenden Unterlippe bekannt unhübschen König noch häßlicher dargestellt. Damit hat Leopold wohl nicht gerechnet und auch nicht bedacht, dass Kunst, vor allem die aus Stein, ewig ist.
Der Volksmund nennt den zuvor "Türkenpoldi" Gerufenen, seitdem "Fotzenpoidl". Wie gesagt, eine nachhaltige Rache.



Erinnert mich aber auch an diesen Ungustl 





28. Dezember 2015

Lovely Things: Glück ist messbar

Hoffentlich zeigt sich 2016 das Glück oft auf der 6 und wenig im Tristesse Bereich !



Das Thermometer ist von der Künstlerin Kristine Tornquist. 

19. Dezember 2015

Weihnachten 2015


and smile!


15. Dezember 2015

Kunst: Fotografie von Franziska Hauser

Einen fotografischen Schatz entdeckt und beschlossen,
ich werde mir ein Bild der Fotografin Franziska Hauser zu Weihnachten wünschen. 
Ihre "Kindsein" Serie berührt mich besonders, so zart, still und frei wünscht man sich jedermanns Kindheit. Das ist auch meine einzige, nicht ästhetische Kritik.
Man spürt beim Betrachten der Bilder diesen, ich nenne es "Bullerbü-Druck". 
Also Kindern paradiesische Momente, und zwar am besten immer, voller Toberei, Verstecken, Verkleiden und Nacktbaden, zu ermöglichen. 
Seit ich Kinder habe, bin ich der Meinung, dass Bullerbü soviel Stress, schlechtes Gewissen und Unzufriedenheit über die eigene, urbane Lebensweise hervorruft, dass dieses Buch und speziell die Verfilmung auf den Index gehören. Altersbeschränkung bis 12 Jahre und dann wieder ab 50.
Zurück zur Kunst. Es gibt andere "Sehnsuchtsbilder" im Werk von Franziska Hauser, die auch die malerische, feinsinnige Qualität haben, mich aber emotional nicht stressen:
Doppeltbelichtete, montierte Landschaften, die mit einer Konica von 1934 gemacht und betörend schön sind.






Das wünsche ich mir:

ich habe es tatsächlich bekommen, hängt jetzt in der Küche

10. Dezember 2015

Lovely Things: Leuchte Fairy Wire

Vor einigen Jahren haben der Designer Michael Ramharter und der Architekt Alexander Bauer eine Lampe entworfen, die besonders gut in die Weihnachtszeit passt, da sie aus handelsüblichen Lichterketten samt ungeliebten Kabelchaos eine poetische Kleinskulptur zaubert.




Die Lampe funktioniert nach dem Plug and Play Prinzip: Das Träger- und Stützmaterial Pappe wird an vorgestanzten Sollstellen mit den Lämpchen der beigelegten Lichterkette durchbohrt. Aus der Verpackung wird nach dem Vorbild von Umzugskartons der Stützfuß gefaltet. Stecker rein und dann Magic.




Es war geplant Muji als Produzenten und Vertriebspartner zu gewinnen, aber die wollten nicht. Schön doof, ich glaube sie würde sich gut verkaufen. Bei Interesse bitte bei mir melden.

4. Dezember 2015

Kate Moss darf das

Beim Frisör natürlichTratsch gelesen. Und erfahren, dass Kate Moss - Kultmodel und Stilikone - ihren ersten Interiordesign Job gemacht hat. Aha. Kate Moss kann natürlich machen was sie will, und sie will das offenbar, denn nötig hat sie das ja nicht, aber es ist erstens ziemlich protzig geworden und zweitens symptomatisch für das Ansehen dieser Tätigkeit. 
Es ist schon lange so, dass Einrichten/Design ein Parkplatz für berühmte, reiche Frauen/Töchter ist. Wie auch Schmuckmachen, bei Christies arbeiten und Shiatsu lernen, aber hier sind sich alle einig, dass es nur gutgehen kann, wenn Frau Moss, die sich so gut anziehen kann, mit einem unlimitierten Budget (Auftraggeber ist die Hoteldesigngruppe YOO, Philipp Starck ist Mitbesitzer) loslegen kann. 
Aber es ging doch schief. Nicht stilistisch, gewissen Leuten gefällt das schon, die Vermarktung bzw. der eigene Anspruch ist aber reparaturbedürftig. Frau Moss erzählt nämlich, sie habe den Job gemacht, um ihre Liebe zur englischen Landschaft auszudrücken. Das "Country" wollte sie in in den Wohnraum integrieren. 
Okay, das geht mit verspiegelten Bettrahmen, goldenen Sofas und Veloursteppichen super!

Viel Natur...
Countrystyle à la Moss

Auch rasend originell, dieses Zimmer 



Aber Kate Moss macht eine gute Figur (haha, immer diese Wortspiele), alles ist very Moss, heißt es. Egal, ich liebe sie, als Model, und sie darf das. 


1. Dezember 2015

Job: sweet Suite

Vor acht Jahren hatten wir ein schönes Umbauprojekt in einer ehemaligen Schokoladenfabrik (daher viel braun). In eines der Lofts haben wir zwei kleine Suiten eingerichtet, die jetzt leider abgerissen werden, da alles verkauft und neu genutzt wird. Schade, weil ich finde, das ist immer noch ein gutes Projekt von uns. Nicht schade, weil der neue Besitzer uns wieder beauftragt hat




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22. November 2015

Rauchen mit Stil

In den guten alten Zeiten hatten einflußreiche Männer private Raucherzimmer oder noch besser von einem Stardesigner entworfene Rauchersalons, wie Georges Pompidou.
Pierre Paulin durfte 1971 für die Privaträume des Präsidenten im Elysée Palast diesen Traum von intimen Rückzug in orientalischer Neuinterpretation verwirklichen. 
Ich liebe die Lampen und das Gestell des Tischchens. Rauchen wirkt in dieser Lounge gesellig, intelligent, sauber. Très chic.



17. November 2015

Fragen nach Paris

Das genial-einfache Logo von Jean Jullien.
Ich sehe als erstes immer das Kreuz in der Mitte, dann erst den Turm.




Bis Samstag wußte ich nicht, dass Belgien ein Hort für gewaltbereite Syrienheimkehrer ist. Auch eine Twitterauswertung hat ergeben, dass die meisten zustimmenden Reaktionen für die Anschläge aus Belgien kamen, noch vor Katar!
Da setzt sich bei mir gleich ein ungerecht verallgemeinerndes Vorurteil fest, aber ich will jetzt keinen Familienurlaub in Belgien mehr machen, wie früher (s. hier)
Nach Katar wollte ich sowieso nie. 

Peace for Paris.


14. November 2015

Meine All-Time Favorites im Film: Dieser Himmel von Prag

Ausnahmsweise kommt in meine Filmrubrik ein Musikvideo.
"Dieser Himmel" der Berliner Band Prag gehört zu meinen ewigen Lieblingen, weil hier Gefühle und Erinnerungen der Kindheit so berührend-authentisch eingefangen wurden, dass mir jedesmal die Tränen kommen, auch wenn ich es 100mal ansehe.
Genau so waren sie doch die Klassenreisen mit ihren Nachtwanderungen, Discoabenden, Tischtennisrunden, Entzweiungen und Versöhnungen
Ich wünsche mir, dass meine Kinder es auch wieder so erleben. Ach, wenn ich daran denke, muss ich wieder fast weinen.
Die Musik ist auch sehr schön, viel Orchester, aber es sind die Bilder die außergewöhnlich sind. Selten habe ich Kinder ungezwungener vor einer Kamera gesehen. In dieser Art könnten auch Spendenaufrufe für SOS Kinderdörfer und Flüchtlingshilfe erfolgreich sein. Hier der Link.





 ALLE Videos von Prag sind ungewöhnlich und gut, mit Ausnahme von "Sophie Marceau", das ist normalüblichfad, auch der Song ist der schwächste. Zu übertrieben arty und kabarettmäßig, aber das macht nichts, da waren die noch am Anfang. 
Inzwischen ist Nora Tschirner wohl ausgestiegen, daher kenne ich, wie die meisten, die Band eigentlich. Hoffentlich bleibt das Artwork.

7. November 2015

Joseph Cornell inspiriert die Simpsons und mich

Das Kunsthistorische Museum Wien zeigt zum ersten Mal in Österreich die Arbeiten von Joseph Cornell, in Zusammenarbeit mit der Royal Academy London. Die Ausstellung heißt in Wien "Fernweh" und in London "Wanderlust". Warum weiß ich nicht, aber die feinsinnigen und feingliedrigen Collagen und kleinen Wunderkammern im Kästchenformat aus schlichten, alltäglichen Material, das inzwischen gar nicht mehr schlicht und alltäglich ist, strahlen eine nostalgische Poesie aus, die berührt.




Der zurückgezogen immer in New York gelebte Cornell (was für eine Adresse: Utopia Parkway) ist auch 40 Jahre nach seinem Tod hier nur Kennern und Künstlern bekannt, während er in den USA sehr populär ist.
So populär, dass seine Werke im schulischen Kunstunterricht als Vorlage dienen und bei den Simpsons auftauchen.




Auf der Homepage Joseph Cornell Box, kann man einen Bausatz für eine "Cornell Box" erwerben und Werke/Boxen gewöhnlicher Leute ansehen, die ihnen zur Verfügung stehende Dinge, wie Kosmetikverpackungen, Luftballons, Fotos, Pizzakartons etc. verwenden. Allerdings fehlt das Netz an literarischen, kunstgeschichtlichen und historischen Bezügen des Originals. Aber der Einfluss Cornells ist sichtbar. Auch ich habe mich ohne Cornell zu kennen, an kleinen Stillleben aus Fundstücken und Boxen versucht, s.hier.
Die Ausstellung in Wien rät, sich auch die Kunstkammer mit den Augen Cornells anzusehen, und das ist wirklich verblüffend aufregend. Man entdeckt Kunstwerke, z.B. Elfenbeinschnitzereien, mit einem Interesse, das man sonst nicht hätte
Soviel großartige Inspiration an einem Vormittag hat man selten. Nochmal hingehen!

3. November 2015

Right Time

Jetzt ist die richtige Zeit, um zu überlegen, welche Gartenstühle man sich anschaffen könnte, wenn man denn welche braucht. Ich brauche keine, da meine Luxembourger ewig halten, aber diese neuen Modelle gefallen mir auch.

1. "Coco" vom New Yorker Label Oasiq, eine stabilzarte Mischung aus pulverbeschichteten Aluminium und Teakholz :






2. Sehr hübsch, auch von Oasiq, der "Sandur Lounge" Hocker :






3. Der retroangehauchte "George" von Living Divani, den es für innen und aussen gibt. Die Outdoor Variante ist aus gewachsten Korbgeflecht und einer Sitzfläche aus Iroko Holz.  


 



Es gibt auch schöne Bank-Tisch Garnituren aus Holz, wenn man es weniger elegant-graphisch, sondern mehr robust-gediegen mag.
Zum Beispiel von der englischen Manufaktur Another Country :
(kennt noch jemand den Film "Another Country" von 1984 mit Rupert Everett?)  





 oder auch von Thonet in deren "Knotenbauweise":





Möglich wäre auch eine wie immer ausgefuchst raffiniert/schlichte Nils Holger Moormann Lösung :





Oder ganz im Trend, die klassische Biergartengarnitur mit hellem Marmor bestückt. Das ist cool:




Wie gesagt, genau die richtige Zeit für Gartenmöbel, denn bis man sich entschieden und gespart hat, ist der Sommer da!