18. Juni 2014

Essen in Fäviken Magasinet

Ich war tatsächlich im legendären Restaurant von Magnus Nilsson in Fäviken!
Ein Esserlebnis in der Wildnis zwischen Schweden und Norwegen, das so eindringlich war, dass ich die Speisen, die es dort gab, nicht mehr woanders essen werde. Vor allem für andere Jakobsmuscheln bin ich nun verloren.
Nilsson ist ein radikaler Verfechter lokaler und saisonaler Produkte, was in einer Gegend, die sechs Monate im Jahr gefroren ist, ein fast unmögliches Vorhaben ist. Die natürliche Einschränkung durch das Klima ist jedoch die treibende Inspiration für Nilsson, der eine klassische Ausbildung in französischen Sternerestaurants hinter sich (gelassen) hat.
Außer Meersalz, Wein und Meeresfrüchten stammen alle Zutaten aus der Gegend um Fäviken oder gleich vom 10.000 Hektar großen Grundstück des Landgutes.
Es gibt unfassbar einfache, fantastische Dinge wie Sauerteigbrot und Salzbutter, die allein eine Reise wert sind, und überraschende, gewöhnungsbedürftige Kreationen wie Forelleneier in einem Biskuit aus getrockneten Schweineblut. Aber es ist nicht nur das Essen mit seinem puren "sauberen" Geschmack, das verzaubert. Das ganze Dinner gleicht einem ernsten, feierlichen Theater in Ingmar Bergmannartiger Stimmung, aber ohne steif, förmlich oder gar ungemütlich zu sein. Eine einzigartige Bewirtung. 
Wir hatten auch großes Glück in den anderen Gästen (wir waren nur zu zehnt) Gleichgesinnte, ja fast Freunde zu finden. Alle fürchteten nämlich auf neureiche Russen oder andere Snobs zu treffen, denen es dort aber trotz aller Exklusivität wohl nicht glamourös genug sein wird. Die hübschen, kleinen Zimmer zum Übernachten teilen sich zum Beispiel das Bad (das aber eine große Panoramasauna und fantastische Pflegeprodukte bietet).
Es gibt unzählige Berichte, Videos und Kritiken über das Fäviken Magasinet, daher von mir nur noch eine Ergänzung, die bisher unerwähnt blieb: 
Es gibt nur wenige Orte, die ein so perfektes Rendezvous ermöglichen wie dieses "most isolated restaurant". Eine Love affair kann man nur selten origineller, stilvoller und charmanter unter Dach und Fach bringen. Billiger natürlich schon...


Das schwedische "Restaurang" hat was Berlinerisches, nett für mich.
Die Straße zum Himmel.
Karen in der Tür, ich im Fenster und die Köche in der Küche. Die Belegschaft macht sich angeblich selbst am liebsten "Pizza Hawaii"!
Der Speiseraum in einem alten Getreidespeicher. Zur Zeit rangiert das Fäviken auf Platz 19 der San-Pellegrino Liste der 50 weltweit besten Restaurants. Weniger schnöselig ist wahrscheinlich keines auf der Liste.
Unfassbar schöne und menschenleere Landschaft.
Aber wie ist es hier wohl im Winter?
Unsere Zimmertüren, Fuchs und Luchs.
Fast alle Gäste lassen sich im Wolfspelz fotografieren, weil sie das Magazin kennen. Aber niemand hat bisher ein extra Band T-Shirt mitgebracht, wie wir!


Das riesige Anwesen gehört übrigens seit 2003 Patrik Brummer, dem Gründer und CEO des größten schwedischen Hedgefonds, der es privat für die Jagd nutzt. Das klingt gar nicht sympathisch, oder? Aber irgendwo muss das Geld ja herkommen. Ich habe leider nicht herausfinden können, wer der Vorbesitzer war, nur dass Brummer viele Millionen Kronen in die Renovierung gesteckt und Nilsson ursprünglich als Sommelier eingestellt hat. Nilsson hat dann die Möglichkeiten genutzt, aus dem verwunschenen Ort einen Schatz zu machen. 
Wer weiß, was er noch vorhat in seinem Leben? Ich werde aufpassen müssen, um nicht die Möglichkeit zu verpassen, nochmal dort zu essen. Denn, Hilfe, ich bin ein Fäviken Junkie!


17. Juni 2014

Schwedisch für Anfänger

Schweden ist total verpornt! 
Das musste ich feststellen, weil ich die Sprache nicht kann, und was ich verstand, hatte mit Sex zu tun. Im Kinderbuch, auf der Speisekarte, überall!

 

Die Schweden wissen offenbar gut, dass Austern ein Aphrodisiakum sind. Besonders 6 Stück.

Natürlich weiß ich inzwischen, dass "Fick" Tasche bedeutet und das echte Ficken "Knulla" heißt, das ist noch viel lustiger! Vielleicht kann man "Knull dich, ey" hier einführen?

15. Juni 2014

Go Sweden!

Ich war gerade zum ersten Mal in Schweden, in dem Teil der Jämtland heißt. Ich war dort um zu essen, aber das ist ein eigener Post. Hier geht es um ein paar Dinge, die ich abseits der eigentlichen Reise entdeckt und mitgenommen habe. Sozusagen die Beilagen.


Zum ersten Mal in Schweden und eine 1 als Hausnummer!


Wie immer suche ich als erstes in Supermärkten nach schönen Verpackungen und Produkten, die ich als Geschenke mitbringen kann. 
Da niemand bei mir Lakritze mag, fällt diese hübsch eingepackte Spezialität weg, aber ich wurde trotzdem fündig. 
Superchick und natural und organic und so, die Getreideprodukte von Oatly.
Deren Slogan lautet: "wow no cow"! Gibt es inzwischen auch in unseren Biosupermärkten.

Die Homepage ist auch very friendly and nice.

In jedem Land ist Salz ein sicherer Kandidat für interessantes, landestypisches Verpackungsdesign, so auch in Schweden.  
Schönes Salz - schönes Land und umgekehrt!


Kann man auch im Netz bei falksalt bestellen.

Und so hübsche Anschovies habe ich bisher auch noch nicht gesehen. Wird nicht geöffnet.




Das Jämtland ist das Alaska von Schweden, sprich ein Jagdgebiet erster Güte. Das erkennt man auch an diesem Produkt. Originelles Mitbringsel für Kerle und die es sein wollen.


Lustiges Wortspiel: Famoose.


Für schöne Geschenke ist also gesorgt. 
Für mich selbst habe ich eine Kosmetiklinie entdeckt, die so gut nach schwedischen Wäldern, Himmel und glasklarem Wasser riecht, dass ich ganz süchtig danach bin. 
Ich dachte zwei Tage lang, wie unglaublich gut es überall in Schweden riecht, bis ich drauf kam, dass ich das bin! 
Dank der White Forest Body Lotion von Björk&Berries.


Die Duftkerze ist auch so gut. Der Raum riecht sofort nach Birkenwaldidylle.


Und zu guter Letzt ein süßer, schwedischer Gruß an die Heimat.



8. Juni 2014

Möbel im Test: Splinter und Shanghai

Ein neuer Möbeltest, diesmal zwei Stühle, die ich schon mal im Blog gezeigt habe: 
der japanische "Splinter" und der chinesisch inspirierte "Shanghai". 
Beide asiatisch im Design, beide weiß und beide aus verschiedenen Gründen nicht überzeugend.
Zuerst der "Splinter" von Conde House, der einzige japanische Möbelhersteller mit eigener Repräsentanz in Europa: 
Die meisterliche japanische Holzverarbeitung, eine weiche, geschmeidige Oberfläche und ein gutes Aussehen sprechen erstmal für den Stuhl. Deswegen habe ich ihn auch gekauft. Nur leider wird das Sitzen darauf zur schmerzhaften Rückenprüfung. Es ist mir schleierhaft, wie bei einer so aufwändigen Produktentwicklung niemand "Stopp" rief und bemerkte "den können wir so nicht verkaufen. Ein Abendessen darauf und man ist seine Freunde los!". 
Noch dazu zu einem Preis von über 600 €.
Als Hocker würde er funktionieren, aber das schöne Detail der gepaltenen Rundhölzer wäre dann weg, und um die geht es hier in erster Linie. Aber in allererster Linie geht es bei einem Stuhl ums Sitzen, liebe Leute von Conde House! Vergessen?
Ich habe ein Lammfell darüber gegeben, aber es verbessert sich kaum. Schade.


Formal sehr schön, aber die Lehne drückt unerträglich auf die Wirbel, egal wie groß man ist.

Ich werde ihn neben das Bett als Ablagefläche stellen.

Der "Shanghai" Stuhl von Norr11 dagegen ist normal bequem und die Sitzauflage aus schwarzem Papiergarn ist hübsch chinesisch-assoziativ gelungen. Die Holzoberfläche ist aber leider stumpf und billig in der Haptik, speziell im Vergleich zum "Splinter". Er kostet allerdings auch deutlich weniger, um die 400 €. Außerdem ist er sehr fotogen, d.h. in echt sieht er nicht so gut aus, wie auf den Abbildungen. Ein Mustersessel ist okay, aber einen zweiten würde ich nicht haben wollen. Für ein chinesisches Restaurant mit Designanspruch allerdings eine Empfehlung!






29. Mai 2014

Fundstück

Ich weiß nicht mehr, woher ich dieses Bild habe, es ist schon ewig in einer meiner Laden. 
Die originelle und sicher nicht kunsthistorisch oder trendig gemeinte Verwendung des Namens, hätte Marcel bestimmt gefallen.

Ob der Name dem Berliner Imbiss beim Umsatz hilft?

Lovely Things: by nord

Das ist eigentlich eine Werbung von "by nord" für das Geschirrtuch, aber mir gefällt die Küche, bzw. was man davon sieht, ganz besonders. Würde ich bei Bedarf nachbauen.
Alle Fotos, die diese dänische Firma machen lässt, sind außerordentlich schön und beweisen wieder, dass das nordische Design zu Recht tonangebend in der Branche ist.

Birkenholz und schwarz, eine feine Kombi!

Job: Büroküche



Fronten aus MDF mit eingefrästen Griffmulden.

Tapete "Treillis"





28. Mai 2014

Meine All-Time Favorites im Film: Top und Flop 2013

Mein Lieblingsfilm von 2013 ist "Inside Llewyn Davies" der Coen Brother.
Und zwar nicht nur wegen der Darsteller, der Musik, der Kamera und der Stimmung, das wurde bekannterweise alles in Cannes zu Recht ausgezeichnet, sondern auch wegen der großartigen Ausstattung.
Historische, hier die 1960er Jahre, Filmausstattung ist oft aufdringlich überzeichnet und bleibt in klicheehafter Ausstaffierung stecken. Hier nicht. Die Zeit ist so subtil und authentisch in Gegenständen, Farben und Licht eingefangen, dass es eine reine Freude ist. Oder werbedeutsch ausgedrückt: "So muss Ausstattung!"


Mir als in Wien lebende Ausstatterin hat natürlich dieses Detail besonders gefallen:
 Ein Plakat der Wiener Festwochen von 1959.



Ein meisterhafter Darsteller ist ja auch die Katze/Kater. Hätte der auch einen Preis verliehen (oder dem Tiertrainer).


Und ich muss an dieser Stelle auch über den größten Flop in der Filmausstattung von 2014 (bis Mai) berichten: Snowpiercer von Bong Joon-ho. 
Was für eine Chance wurde da vergeben!
Horror und Science Fiction sind die Traumgenres für Produktion Design, und das Budget war sicher nicht mager, obwohl die CGI Effekte sind auch jämmerlich, was aber auch von Humor zeugen könnte.
Aber das Design hier ist zusammengefasst, eine Mischung aus Mad Max (Unterkünfte der Elenden) und Mad Men (Abteile der Upper Class), was eben NACH diesen Werken fad ist. Einzig das Chefbüro überzeugt vom Entwurf, ist dann aber so schlampig gebaut, dass die Schubladen schlackern statt zu gleiten. Und das ist doch die Essenz aller Science Fiction Filme: elegante sliding doors!


Irgendwer hat geschrieben, der Film sei ein intelligenter Actionfilm. Quatsch, ist einfach ein trashiges Hauen und Stechen. Manche mögen das.

Ed Harris hatte es leicht, er konnte einfach seine Rolle aus "The Truman Show" nochmal spielen.

15. Mai 2014

Heilige Frau mit Bart


Conchita Wurst könnte neben allem was sie erreicht hat auch dazu beitragen, einen seit dem 19.Jh. vergessenen Kult wiederzubeleben. Es gibt nämlich ein historisches ikonografisches Role Model für eine Frau mit Bart und zwar ausgerechnet in der katholischen Kirche: Die heilige Wilgefortis! 
Im deutschen Sprachgebiet auch Kümmernis genannt. 
Der Sage aus dem 14.Jh. nach, widersetzte sich Wilgefortis der Zwangsverheiratung mit der Erhörung ihres Flehens an Jesus: "dass sie keinem auf Erden gefalle, sondern ihm allein und dass er sie mache wie sie ihm am besten gefalle. Da verwandelte er sie und machte sie ihm gleich" (aus Regine Schweizer-Vüllers: Die Heilige am Kreuz, Studien zum weiblichen Gottesbild im späten Mittelalter und in der Barockzeit, Berlin/Bern 1997). 
Studien zum weiblichen Gottesbild im späten Mittelalter und in der Barockzeit. Bern / Berlin u. a. 1997, S. 108, 118). Ebenso ist Schnürers Gleichordnung der drei Manifestationen der
Sie bekam quasi einen göttlichen Bart. Zur Strafe liess ihr Vater sie ans Kreuz schlagen, damit sie ihrem himmlischen Bräutigam noch mehr gleiche. Für dieses Martyrium wurde Wilgefortis (der Name bedeutet "von starkem Willen") heilig gesprochen. 
Sie ist Patron gegen Augenleiden, Unfruchtbarkeit, Gebärmutterkrankheiten und Haarausfall!

Diese Wilgefortis ist in Graz zu sehen, gut möglich dass der Steirer T. Neuwirth (C. Wurst) sie kennt.

Diese Wilgefortis, St. Affligée auf französisch, hängt in Beauvais.

Diese prächtige Wilgefortis ist in Prag zu bewundern.



Eine gute Idee auch für's Conchita Merchandising!
Anonym im Netz gefunden.



Die Verehrung bärtiger Frauen ist dem christlichen Abendland also nicht so fremd und neu, wie manch Eiferer glaubt!


Kümmernis starb für ihren Glauben am Kreuz , nachdem sie einem heidnischen König zur Frau versprochen wurde und Christus ihr einen Bart wachsen ließ in Erhörung ihres Flehens, dass sie keinem auf Erden gefalle, sondern ihm allein und dass er sie mache wie sie ihm am besten gefalle. Da verwandelte er sie und machte sie ihm gleich.
Hans Burgkmair, Holzschnitt, 1507, abgedruckt bei: Regine Schweizer-Vüllers, Heilige am Kreuz, S.17f
Kümmernis starb für ihren Glauben am Kreuz , nachdem sie einem heidnischen König zur Frau versprochen wurde und Christus ihr einen Bart wachsen ließ in Erhörung ihres Flehens, dass sie keinem auf Erden gefalle, sondern ihm allein und dass er sie mache wie sie ihm am besten gefalle. Da verwandelte er sie und machte sie ihm gleich.
Hans Burgkmair, Holzschnitt, 1507, abgedruckt bei: Regine Schweizer-Vüllers, Heilige am Kreuz, S.17f

12. Mai 2014

Inspiration: Beziehungsurlaub

Nein, das ist kein Filmstill einer Beziehungskrise aus den frühen 80er Jahren, sondern ein Werbefoto eines gar nicht billigen Hotels an der Kvarner Bucht. Damit soll die Fabelhaftigkeit der Zimmerausstattung bewiesen werden. 
Ich bin über die ernsthafte Humorlosigkeit begeistert. Leider zu teuer, um hinzufahren und das Foto nachzustellen, was ich gerne machen würde! 
Die Schuhe hätte ich.


prima Urlaubsstimmung!

5. Mai 2014

Lovely Things: Marrakech Design

Ich werde oft nach schönen Fliesen gefragt und kann nur sagen, nach den üblichen Firmen wie Mutina und Mosa, die eine sichere Wahl sind und für jeden was im Programm haben, sind die Fliesen des schwedischen Zementfliesenherstellers Marrakech Design der Hammer. Speziell die Kollektion von Claesson Koivisto Rune. Damit würde ich am liebsten alle meine Wände und Böden und Decken verkleiden lassen. Fast, denn es muss ja Platz für die Farben von Farrow & Ball und Tapeten von Romo und Kunst von Peter Scior bleiben. Ach, hätte ich doch zehn Häuser, müssen gar nicht meine eigenen sein!

Design: www.claessonkoivistorune.se
Hersteller: www.marrakechdesign.se


3. Mai 2014

Familienurlaub: Belgien

Ich habe meiner Familie für diesen Sommerurlaub Belgien vorgeschlagen, 
weil ich erstens Frankreich, Deutschland und Holland sehr gut kenne, aber noch nie in Belgien war und zweitens festgestellt habe, dass viele mich inspirierende Künstler Belgier sind. Ist das Zufall? Oder vererbt das Land ein geheimes Künstlergen? 
Ich meine ja nicht Künstler, die in Belgien studiert haben oder nur da geboren sind wie Audrey Hepburn, die kommen noch dazu. Ich meine diese Belgier:
Natürlich in der Mode die Antwerp Six und Nachfolger (mir gefallen die Sachen von Veronique Branquinho und Martin Margiela am besten). Dann in der Malerei seit langem Luc Tuymans, Raoul de Kayser und seit kürzerem Michael Borremans. Im Theater und Tanz Luc Perceval und Alain Platel, im Film Chantal Akerman und die Brüder Dardenne (obwohl deren Filme sind oft zu frustig) und wenn man Actionfan wäre, Jean Claude van Damme. 
Und auch das Interior Design Festival in Kortrijk gilt unter Kennern als coole Alternative zu Mailand und Co.
Für die Kinder habe ich Schokolade, Tim &Struppi, Pommes, Waffeln und René Magritte ins Spiel gebracht, und mich und meinen Mann noch auf das belgische Bier und die vielen Gourmettempel hingewiesen. Mal ehrlich, ein Land, das perfektes Bier und Schokolade machen kann, was soll da schief gehen?
Die Kinder haben geantwortet: "Da wird man nicht braun!"
 
Stimmt, die sehen auch nicht sonnenverwöhnt aus.


Fotokunst: Heidi Voet

Die belgische Künstlerin Heidi Voet machte 2010 diese großartigen Collagen aus chinesischen Pornobildern (man beachte wie harmlos) und Früchten/Gemüse. 
Ich habe leider erst jetzt davon erfahren und verfolge nun ihre Arbeiten im Netz:
www.heidivoet.net


Serie Fruit & Vegetables




Assoziationen: Stuhl - Mensch

Dinge haben auch etwas menschliches. Sie gehen nicht nur einfach kaputt, sie altern. 
 Michael Ramharter hat zwei gleichalte Forum Stadtpark Stühle (Design Franz Schuster, 1959) fotografiert: 
Einer wurde mit elfenbeinfarbenen Autolack auffrisiert, was ihn gleich 20 Jahre jünger macht, und der andere wurde 15 Jahre lang im Garten Wind und Wetter ausgesetzt.
Ich bin richtig erschrocken, wie abgemagert und verletzlich der aus dem Garten aussieht. Ein skelettiertes, armes Wrack.  
Der andere hat nur ein paar Risse und Sprünge im Lack, er dient als verlässlicher Eßtischstuhl. Er wird noch ewig halten. Und ich?


Jugend                                                                   Alter

5. April 2014

Möbel im Test: Onkel von Normann Copenhagen

Ich habe vor, möglichst viele Möbel, die auf meiner Wunschliste stehen, und die ich nur von Fotos kenne, real zu testen. Entweder durch Kauf, das ist natürlich limitiert oder durch Leih, Tausch, Geschenk, Messebesuch etc., was eben möglich ist.
Den Anfang macht das Sofa "Onkel" von Normann Copenhagen, das ich seit einem Jahr besitze. Laut Hersteller bin ich die Erste und bis jetzt Einzige in Österreich, die das gute Stück hat, daher ist ein Urteil wirklich hilfreich. 
Ich wäre dafür auch dankbar gewesen, denn das hübsche Ding ist nicht für den Privatgebrauch zu empfehlen, ausser man besitzt genügend große Vorzimmer, Hallen, Flure, Schrankzimmer und ähnliche Räume, in denen man mal kurz sitzen, nicht aber gemütlich verweilen möchte. Es ist leider als Sofa total unbequem! Als Bank okay.
Mein Tipp: Das ideale Sitzmöbel für Firmen oder Hotels, die sich einen sympathisch-knuffigen Look geben wollen, aber niemanden brauchen, der herumlümmeln, fernsehen oder versacken möchte. Die Gefahr besteht bei "Onkel" nicht, was eigentlich auch im Namen schon gesagt wird!


Nach dem Bild habe ich das Sofa gekauft, weil es mir optisch so gut gefällt.
Die Firma ist außerdem soo nett und gibt mir tolle Rabatte.





So steht es bei mir, in lila. Die Rückenlehne ist so hoch und gerade, dass man nur sehr aufrecht sitzen kann. Ich bereue den Kauf trotzdem nicht, in der Küche macht es sich ganz gut.

28. März 2014

Lovely Things: Rennrad von Kotter

Juhuu, ich habe das schönste Damenrad der Welt ersteigert. 
Endlich hat es geklappt, ich wollte so eines schon lange haben. 
Ich bin nämlich nicht sehr angetan von dem Holland-Retro-Pony-Hütchen Stil, der zur Zeit in der Räderwelt das Sagen hat. Das kommt mir wie eine "Vercordhosung" des Fahrradfahrens vor. Ledersättel mit Sprungfedern, Einkaufskörbe, gedeckte Farben, eine einzige Huldigung der guten alten Zeit. Das nervt. Aber wie jeder angesagte Trend wird das auch wieder vergehen, und dann sind alle wild auf die schnittigen, leichten Räder der 80er und 90er Jahre. Motobecane, Peugeot, Hercules, Kotter etc. werden sündteuer werden. Nur die Marke Kettler wird's wohl nie schaffen...

Kotter gilt schon jetzt als Kultmarke, weil die sehr gute und teure Räder gebaut haben, die es nicht mehr gibt.


Alles bestens verabeitet, gelötet nicht geschweißt.


Modellname München, gefällt mir. New York, Rio, Tokio das kann jeder.
München war ja nie cool, im besten Fall chic. Für mich schwingt bei München und dieser Typo der elegante Teil der 70er Jahre mit. Natürlich auch der schreckliche Teil mit dem Olympia Attentat von 1972.
Aber auch Fassbinder, Achternbusch, Herzog, eben das Gute der alten BRD.


Wenn ich nicht fahre, hänge ich es an die Wand.

25. März 2014

Lovely Things: Natala Natala

Die schönsten Lifestyle Produkte, die man sich zur Zeit denken kann, sind unter Natala Natala zu finden. Es handelt sich um ein elegant gestaltetes online Journal mit Shop, die wunderschöne, meist von japanischen Handwerkern hergestellte Design Schätze präsentieren. Aus NY ganz neu, ganz hip, ganz schön!

Nalata is a retail experience founded on promoting awareness of the people and stories behind our curated products.



24. März 2014

Job: Badezimmer

Ein Job von uns, aus einem sechs qm kleinen Badezimmer wurde ein richtiges Schatzkästchen.
Da sieht man wieder: size doesn't matter! 
Außer beim Fotografieren, da war es nicht leicht.

Innenlaufende Schiebetür und Wandverkleidung mit Brillensetzkasten.
  Umgebautes Vintage Sideboard von Ebay mit Corian als Waschtisch.
Duschabtrennung aus grauem Rauchglas.
Das Mosaikfeinsteinzeug von Mutina liebt auch die Katze.


21. März 2014

Lovely Things: Scandi Design

Es gibt so tolle skandinavische Möbelhersteller jenseits der üblichen Klassiker, die in Wien einfach nicht zu kriegen sind. Kein Händler bietet die an, das verstehe ich einfach nicht. Gibt es hier keinen Markt für nordisches Design? Das Scandinavian Design House läuft aber doch ganz gut, scheint mir. Aber bis die mal endlich "Normann Copenhagen" im Programm hatten, vergingen auch Jahre. NORR 11 und STELLAR  WORKS haben die immer noch nicht. Also vielleicht organisieren die das schon irgendwie, wenn man die Sachen woanders schon gesehen hat und sich auskennt. Aber wer tut das schon?
Ich natürlich, und ich bestelle also weiterhin die schönen Sachen über die Schweiz, Deutschland, Internet oder direkt. Kann aber nie probesitzen/fühlen etc., das ist blöd.

Tisch "I do Dining" von Norr 11 (Geschäft gibts in Berlin)

 Stuhl "NY 11" von Norr 11
Stuhl "REN" von Stellar Works
Tisch "REN" von Stellar Works
Stuhl "Utility" von Stellar Works

16. März 2014

Ukrainische Verteidigung

Dieses Foto erschien in der Tageszeitung "Der Standard". 
Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Symbol für die Hoffnungslosigkeit oder für die Absurdität der Lage ist. Die Matratzen hängen da nämlich nicht zum trocknen oder so, die Unterschrift lautet: 
Mit Matratzen wollen ukrainische Matrosen in Sewastopol ihr Schiff vor dem Entern durch russische Truppen schützen.
Wie bitte? Ich bin ja Gott-sei-Dank kriegstechnisch ein Laie, aber ein Enterschutz durch alte Matratzen, erscheint mir doch sehr uneffektiv und eher unfreiwillig komisch. Oder eben nur rein symbolisch zu verstehen.

Wenn die Lage nicht so ernst wäre, könnte man den Witz wagen, dass der hygienische Zustand der Matratzen Schutz vor Entern und Angriffen bieten soll. Aber so ist es wohl nicht gemeint.