22. September 2014

Sommer Souvenir

Meine fotografische Ausbeute aus dem Sommerurlaub in Kroatien ist leider dürftig. Ich war zu sehr mit Ausruhen beschäftigt. Aber zwei Motive habe ich doch gefunden: 
Ein schönes Namensschild und ein Beispiel skurriler Lackierlust.


Normalerweise wird mein Vorname in Kroatien mit J geschrieben (Maja). Hier mal nicht. Ist vielleicht dann ein Nachname? 


Das griechische Blau hat offenbar jemanden so gut gefallen, dass er mit dem Anmalen nicht mehr aufhören wollte.

16. September 2014

Lovely Things: John Lewis

In England gibt es im Kaufhaus auch schöne Möbel, z.B. bei John Lewis in der Oxford Street. Diese "chiltern bench" gefällt mir, und würde von mir gekauft werden, wenn sie zu mir liefern würden. Aber für Möbel gibt es keine Lieferung ausserhalb vom United Kingdom.
Na gut, ist ja auch ganz richtig, nicht alles in der Gegend herumzuschippern.
John Lewis hat auch ein wunderschönes, grafisch schlichtes CI und Verpackungsdesign, das sollte leichter zu kriegen sein. Aber angeblich wurde es gerade geändert,"relaunched", wie das inzwischen heißt.
Ich hoffe, es ist so elegant gelungen wie das alte Design. Abbildungen gibt es jedenfalls bisher keine im Netz. Der nächste mir bekannte Englandbesucher möge mir bitte eine Schachtel oder Tüte von Lewis mitbringen. Danke!


Kostet ca. 560 Euro.


So sah das CI bisher aus. So gelungen. Wieso will das jemand ändern?

11. September 2014

Kino: Männer von früher

Ich bin ein siebziger Jahre Jahrgang, das prägt natürlich. 
Zum Beispiel, habe ich eine Vorliebe für diese kantigen Männergesichter, wie sie damals in vielen Filmen vorkamen. Die dunklen, herben und trotzdem sensiblen Typen, die ich heute nicht mehr im Kino sehe, weder im Publikum noch auf der Leinwand, vermisse ich etwas. Ich weiss nicht, ob es keine Schauspieler mit solchen Gesichtern mehr gibt oder ob sie nur keine Chance bekommen, weil sich das Schönheitsideal gewandelt hat. 
Wahrscheinlich galt es auch damals nicht als schön wie Charles Denner, Jason Miller oder Lino Ventura auszusehen, sondern als optischer Gegenentwurf zu den Zeitgenossen Steve Mc Queen, Alain Delon und Robert Redford. Oder auch zu Woody Allen...



C.Denner 1977 in "L'homme qui aimait les femmes", J.Miller 1973 in "The Exorcist" und L.Ventura 1975 in "Adieu Poulet". Alles großartige Filme.


26. Juli 2014

La France bleue

Ich verabschiede mich in die Sommerpause mit einer kleinen Frankreich Collage, obwohl ich dieses Jahr nach Spanien reise. 
Ich gehöre seit meiner Kindheit eigentlich zu den passionierten Urlaub-in-Frankreich-Anhängern. Es gab in Westberlin die Italien Fans, die berühmte Toskana Fraktion und die Frankophilen, die es leider nicht zu einem Spitznamen geschafft haben. 
Einige hartgesottene Skandinavien Camper, ebenfalls ohne Eigennamen, kannte man auch noch.
Inzwischen könnte ich politisch korrektes Bewußtsein vorgeben und behaupten, die Frankreich Reisen fallen solange aus, wie der Front National so stark ist. Schließlich bin ich mit dem Argument auch jahrelang nicht nach Kärnten gefahren.
Aber ehrlicherweise hat es mit schnöden finanziellen Gründen zu tun. Ein Haus für eine Familie im Hinterland, in Meernähe, mit Pool, im August, ist für uns nicht mehr affordable. Ohne Pool, ohne Familie, ohne Meernähe und ohne August - schon. 
Gut, dann eben im März allein in ein Studio nach Uzès. Oder doch nach Kärnten?
Trotzdem, es lebe das Savoir-vivre und la dolce vita!

Damit nicht nur Werbeartikel im Bild sind, ist ein Rotorelief von Duchamp dabei. Passt ausgezeichnet zusammen.


Und um die Urlaubsstimmung zu verstärken, hier noch Bilder französischer und italienischer Sommerfilm Klassiker. Wer dann nicht ans Meer will, muss in die Berge oder in der Stadt bleiben. Oder auf den Winter warten.



Nicht originell, aber ohne "Le mèpris" geht's nicht, wenn es um Sommer, Sonne, Meer geht. Dafür kein Bild der Bardot.



"Il Postino" spielt auf den Liparischen Inseln.

Alain Delon in "Plein Soleil" auf Ischia.

"La belle Noiseuse" spielt in einem prächtigen Landhaus in der Provence.

"Crustacés et coquillages" an der Côtes d'Azur.

"La Piscine", das traumhafte Haus mit Pool ist in St. Tropez.


"Swimming Pool" dagegen spielt im Luberon.

"Les Petits Mouchoirs" ist allein wegen dem atemberaubend schönen Cap Ferret am Atlantik sehenswert.

"Le Grand Bleu" spielt viel Unterwasser, Überwasser ist Sizilien und etwas Griechenland zu sehen.

"Cinema Paradiso", der süßeste Junge der Filmgeschichte neben Jackie Coogan, radelt in Sizilien.

"Le rayon vert", romantisch und berührend in Biarritz.
ohne Worte

22. Juli 2014

Lovely Things: Adult Tool Kit

Auch Sexspielzeug, vornehmer Adult Tool Kit, kann gut aussehen. 
Wie diese im Wallpaper Magazin Vorgestellten. Leider ohne Hinweis, ob oder für wieviel man die kaufen kann. 
Der skulpturale Charakter und die Materialien, schwarzes Glas und Leder, machen sie jedenfalls auch zu passablen Dekorgegenständen. Ich würde die gerne für eine Filmausstattung verwenden und testen, ob die pingelingen Agentur/Kundenfritzis das durchgehen lassen.




Das making of, ist hier zu sehen:
http://www.wallpaper.com/video/design/the-making-of-the-sex-toys-by-jeff-zimmerman-and-michael-reynolds/3664122819001


18. Juli 2014

Normcore

Das ist kein Modeblog. Aber in einem Artikel über den Normcore-Hype stand "wer keine coolen Sneaker in seiner Kollektion hat, sieht gerade reichlich alt aus." 
Das kann ich nicht unkommentiert lassen, denn ich habe keine Sneaker und keine Kollektion. Bin also ururalt. Ich ahnte es schon.
Ich gehöre zu denen, die Turnschuhe nur zum Turnen tragen, so wie Reitstiefel nur zum Reiten und Gummistiefel nur im Regen und Wanderschuhe nur zum Wandern, Flossen nur zum Schwimmen, Skischuhe ... ich denke, das Prinzip ist deutlich. Die meisten dieser Tätigkeiten habe ich inzwischen, nun ja, ersetzt. Bin ja keine 16 mehr. In diesem Alter habe ich meinen Kleidungsstil gefunden und seitdem kaum geändert. Natürlich, die kurzen Streublumenkleidchen im Trümmerfrauenlook, habe ich durch flexible Wickelkleider ersetzt. Und die Jeansjacken, Jackets und Trenchcoats vom großen Bruder mit Strickjacken und Wollmänteln in der richtigen Größe. Aber sonst habe ich mich in dem Stil gehalten, der eigentlich namenlos ist, da es damals den Begriff Vintage noch nicht gab. Erfunden habe ich das natürlich nicht. Alle, die in den Berliner 80er Jahren keine Popper, Punks oder Ökos waren, trugen das. Schuhmäßig orientierte man sich an Tangopumps und Schnürstiefeln, ich sag mal, Mary Poppins in sexy.
Horste gab es auch, jetzt nennt man das wohl Normcore. Die Horste hatten allerdings keinen Designanspruch, keine eigenen Marken und auch keine Sneaker, eher eine ungemeine Vorliebe für das Praktische, wie z.B. Aldi-Tüten als Turnbeutel und Aktenkoffer mit Zahlenschloss als Schultasche oder Armbanduhren mit Taschenrechnerfunktion. Um den Hals baumelte dem Horst entweder eine Monatskarte der Verkehrsbetriebe, eine rote Zahnspangendose, der Wohnungsschlüssel oder ein Brustbeutel mit Kleingeld für die Notfall-Telefonzelle. Vielleicht wird das auch wieder hip? 
Als Horstcore? 
Ich weiß bis heute nicht, welcher Horst eigentlich Namensgeber war, eventuell Horst Tappert? 
Ist jedenfalls eine rein westdeutsche Sache gewesen. Zurück zum angesagten Sneakertrend.
Ich finde Turnschuhe jeder Art im Alltag an den meisten Menschen, mich eingeschlossen, hässlich, auch wenn ich verstehe, dass es cool, lässig und angesagt für einige Stilrichtungen ist. Ich bin da modemuffelig.
Außerdem habe ich eine Maßschuhmacherlehre beim alten Carl Scheer hinter mir und weiß daher sehr genau, dass Sneakers alles andere als gesund sind. Wie auch in anderen Bereichen gilt, gesund aussehen heißt nicht gesund sein!


Normcore? Bei uns war sowas "horstig". Look at the Schlüsselbund!

Ich habe noch einen alten "Friesennerz" (gelbe Regenjacke aus Ostfriesland) im Schrank. Bin ich damit wieder in?
Zugegeben, für Turnschuhe ziemlich chic. Würde sie aber aus den genannten Gründen trotzdem nicht tragen.

17. Juli 2014

Möbel im Test: Czech Sessel

Endlich. Ich möchte seit 1998 einen Czech Sessel in der MAK Edition von Thonet haben. Das ist die Fassung, in der die unteren 20 cm der Füße nicht weiß lackiert sind, sondern mit Klarlack. Das sieht aus, als hätte der Stuhl braune Stümpfe an oder Hochwasserhosen oder ein zu kleines Kleid. Jedenfalls irgendwie menschlich.
Der Stuhl wurde von Hermann Czech anlässlich der Eröffnung des MAK Restaurants in Wien entworfen, das sich im Gebäude des Museums für Angewandte Kunst befindet, eben das MAK. Hach, was war das damals für ein herrlich elegant-urbaner Hotspot in der Wiener Szene! 
Inzwischen ist das Lokal nach einer weiteren Renovierung völlig verhunzt. Grandezza adieu und Charme perdu. Aber gut, das ist der Lauf der Dinge in einer pulsierenden Metropole wie Wien, da bleibt nichts wie es war...
Doch zum Stuhl, der ein wichtiges Stück österreichischer Möbel-Designgeschichte ist:
Es ist kaum zu glauben, dass die Neuinterpretation des klassischen Bugholzstuhles, so wunderschön und komfortabel ist. Filigran und robust, zeitlos elegant und nostalgisch vertraut, einfach sagenhaft. Eine absolute Empfehlung!
Nur über Prodomo erhältlich.


 angenehm breite, gebogene Rückenlehne

angenehmer Winkel und Höhe der Armlehnen

11. Juli 2014

Job: Minibad

Viele Wohnungen haben kleine Badezimmer, aber einige haben auch gar keine. 
In Wien und anderen Großstädten waren früher Wohnungen üblich, die das WC im Treppenhaus (Wien:Stiegenhaus) und eine Waschmöglichkeit (Wien:Lavoir) in der Küche hatten.
In Wien sagt man dazu Zimmer-Kuchl oder Kategorie D-Wohnung bzw. Substandard.
In der ersten Sanierungswelle wurden die WC's in die Wohnungen integriert, oft gleich mit dem Stück Treppenhaus, das die WC Kammer bildete. 
In die Küche kam noch eine Duschkabine. Fertig und prima für so ca. zwei Generationen. Manche haben immer noch so eine Altbauwohnung ohne Badezimmer. Das ist zwar günstig, aber nicht mehr mit dem heutigen Lebensstil, der große Ess-und Kochfreuden und ausgiebige Körperpflege verlangt, vereinbar. So eine Wohnung haben wir umgebaut. 
Die Schwierigkeit bestand darin, einen Platz für das Bad zu finden. Die Küche mit neuer Öffnung zum Wohnraum sollte rein zum Kochen und Essen genutzt werden und das Schlafzimmer wäre zwar groß genug, aber wasserleitungstechnisch zu kompliziert gewesen. Also blieb nur der Flur (Wien:Vorraum). Ungewöhnlich, aber praktisch, da das WC auch schon dort war und der Zu-und Ablauf mit der nebenliegenden Küche verbunden werden konnte.
Hier das Ergebnis:


Entwurf / Rendering
Hinter der Schiebetür verbirgt sich das WC.
Im Anschluß die Küche.
Fliesen von Bisazza, Waschtisch von Laufen, Leuchte von Artemide, Spiegelschrank u. Ladenkasten Sonderanfertigung.

8. Juli 2014

Assoziation: Bling, Bling

Freunde von mir haben für ihre neu renovierte Wohnung schöne Röhrenradiatoren ausgesucht, was inzwischen nicht mehr mühsam ist, da viele Firmen diese klassische Form des Heizkörpers wieder anbieten (z.B. Arbonia). Man muss nicht mehr wie früher alte Abruchhäuser ausweiden oder N.Y. Loftbewohner seufzend, um ihre schönen Wärmequellen beneiden (die meist aus Gusseisen und inzwischen auch hierzulande sündteuer erhältlich sind).
Aber bei aller Begeisterung über die einfache Beschaffung haben die Freunde außer Acht gelassen, dass die Zubehörteile nicht mehr klassisch aussehen und auch extra ausgesucht werden müssen, wenn man nicht einen Installateur mit ähnlichen Geschmack hat. 
Eine seltene Kombination. Auch bei den Freunden.
Jedenfalls bekamen sie verchromte Ventilabdeckungen, die ordentlich was hermachen, in der Installateurmeinung. Ich konnte mich gegen die Assoziation mit aufgepimpten Gangsta-Rapper Zähnen nicht erwehren: 
Bling Bling!







 Es passt aber auch dieses Bild:




7. Juli 2014

Kunst: Erste Sahne

Der amerikanische Künstler Will Cotton ist bekannt für seine surrealen, altmeisterlich gemalten Candy Landschaften. Der breiten Öffentlichkeit ist seine Arbeit als Art Director für Katy Perry's Video "California Gurls" im Gedächtnis.
Seine Werke sind leider selten außerhalb der USA ausgestellt, daher habe ich sie noch nie in echt gesehen. Aber seit Juni gibt es eine Ausstellung in der Londoner Ronchini Gallery, also auf nach London?!







Soweit die typischen Sujets von Will Cotton: lecker, kitschig, witzig. 
Aber diese zwei verschmiert, reliefartigen Bilder sind selten und wirklich fantastisch. Spuren, when the Party is over!







26. Juni 2014

Schick: Tierische Bärte

Eine wirklich gelungene Photoshop-Arbeit sind diese Collagen aus Männern mit Vollbärten und frettchenartigen Tieren.  
Das ist sogar Werbung: Eine Printkampagne der Agentur Young & Rubicam aus Neuseeland für einen Rasierer mit dem schönen Namen "Schick"!




und hier sieht man den Arbeitsprozess im Schnelldurchlauf

http://www.designboom.com/wp-content/uploads/2014/06/gif-beard-818.gif

 

23. Juni 2014

Möbel im Test: Dondolo von Crassevig

Ich habe ein besonders elegantes Stück getestet,
den Schaukelstuhl "Dondolo". 
Ein zeitloser Entwurf von Luigi Crassevig aus 1970, der jetzt wieder hergestellt wird (Crassevig).
Ich wollte ihn für ein Einrichtungsprojekt vorschlagen, aber sicherheitshalber zuerst testen. Glücklicherweise habe ich das Musterstück dann günstig kaufen können, denn aus dem Projekt wurde nichts, aber ich habe jetzt einen schönen, gut schaukelnden Stuhl vorm Kamin.
Er ist bis auf ein kleines Detail bequem genug, um darauf stundenlang ins Feuer zu starren. Die Armlehnen sind ein wenig zu niedrig, man muss vorrutschen, dann geht es. Das ist aber Absicht, wie mir mitgeteilt wurde. Der Schaukelstuhl verkauft sich nämlich in Asien viel besser als im Rest der Welt, daher ist die Höhe an asiatische Arme angepasst. Aha. Der Händler hat aber Francesco Crassevig motiviert, über eine höhere Lehne nachzudenken und wenn, es diese einmal gibt, erhalte ich einen kostenlosen Austausch.
Wow, ob das stimmt? Egal, so aufmerksam war bisher keiner!

Ausnahmsweise verwende ich die offiziellen Produktfotos, da er ziemlich schwer zu fotografieren ist.

 So ist er bei mir zu Hause. Das Leder ist meisterlich verarbeitet, nur noch nicht weich genug geschaukelt. Ich lege solange ein Fell, diesmal Rentier aus Schweden, darauf. 
      

     Einziger Nachteil, ein stolzer, aber angemessener Preis von ca.1200 €.

21. Juni 2014

Job: Fotostudio mit ersten Ikea Hack

Die Neugestaltung eines Fotostudios mit Schminkraum, Küche und Aufenthaltsraum hat viel Spaß gemacht, da diesmal alle Vorschläge und Entwürfe umgesetzt wurden, und ich einige Dinge realisieren konnte, die ich schon länger ausprobieren wollte (auch ein Ikea Hack).
www.teamwork4u.com



Entwurf
Realisierung

Probiert und gelungen: Aus der Ikealeuchte "Hektar" wurde die Verkleidung der Dunstabzugshaube. Mein Ikea Hack.


Diese Tapete von Farrow&Ball, war schon lange auf meiner Liste. Perfekt für den Schminkraum.


Probiert und gelungen: Kaputte Thonetsessel günstig ersteigern und die neuen Sitzflächen farbig passend zur Wand lackieren.


Nachgemacht und gelungen: Eine Wandgestaltung aus alten Büchern. Das habe ich in einer Zeitschrift gesehen und leicht verändert nachgemacht. Ich wollte, dass man die Bücher noch lesen kann, daher die Fotoklammern als Halterung.


Und wieder der "Hektor" von Ikea, ein Spitzenprodukt, finde ich.