28. Januar 2016

Maison & Objet 2016: Best of Tableware und Accessoires

Das meiste von den vorgestellten Objets in Paris ist wieder sehr "das-kenne-ich-schon". 
Auch wenn schöne Dinge dabei sind, gehören sie dann nicht in meine Best of Liste 2016. Die ist bisher überschaubar:


Japan trifft 50er Jahre: Dekor Ramo von Arzberg

Hedwig Bollhagen's neue Kollektion "Ritz" (von oben)

Geschirrschrank "Lyyli Box Series"

Gio Ponti Collection von Abimi

Tom Dixons  Leuchte in tiefgrün und sprechenden Namen "Glass light" ist zu schön, obwohl von 2011.

Nic-Nac Ordnungssystem von Norman Copenhagen

Ich sage, diese Dinge werden sich verkaufen. Vielleicht mache ich noch eine Worst of Liste, die ist dann umfangreicher.

26. Januar 2016

Konsequenz in der Restaurant Gestaltung

Das ist ein globaler Trend der Wandgestaltung: Konsequenz.
Ein Motiv, Thema oder Gegenstand wird in Serie, Reihung, Häufung an die Wand collagiert. Es wirkt ungeheuer dekorativ, wenn es sehr viele, sehr große oder sehr ungewöhnlich Dinge an der Wand sind (muss aber zum Essen passen).
Drei bessere Beispiele hier:

Italien

Ukraine

Shanghai

Das läßt sich gut weiterspinnen: 
Geweihe für ein Gasthaus mit Hausmannskost, Hummerkrabben und Muscheln für ein Lokal mit Meeresfrüchten, Säbel für eine Champagnerbar, Topfdeckel für Suppenküchen und für eine Pizzeria vielleicht grafisch angeordnete Pizzakartons?

21. Januar 2016

Inspiration: Sleeping Beauty

Gutes Production Design ist entweder subtil, den Inhalt unterstützend oder ein opulentes Fest für die Augen.
Das australische Drama "Sleeping Beauty" (2011) von Julia Leigh gehört zum Letzteren. Annie Beauchamp hat dafür prachtvolle, betörend schöne, altmeisterliche Szenenbilder entworfen, die mir ein großes Vorbild sind. 
Leider kann ich das selten, eigentlich nie, umsetzen. In der Werbefilmerei ist Grandezza nicht gefragt und die Interior Projekte liegen bei mir eher im minimalistischen Bereich. Aber mich inspiriert dieser Film in seiner Schwelgerei, die nicht kitschig oder überdekoriert ist, sondern eine formale Strenge behält.



Die Geschichte ist eine sehr freie Bearbeitung des Dornröschen Stoffes und war nicht unumstritten: Die Studentin Lucy (Emily Browning) überläßt aus Lebensüberdruß und innerer Lähmung ihren Körper, betäubt von Drogen, den sexuellen Fantasien zahlender, betuchter Männer. Nach und nach treibt sie die Neugierde um, was in diesen Nächten mit ihr geschieht. Als sie in einem heimlichen Kameramitschnitt sieht, dass ein Kunde sich neben ihr mit Schlaftabletten umgebracht hat, "erwacht" sie aus einer symbolisch aufgeladenen Ohnmacht und ist sich ihrer selbst wieder bewußt. 
Aber mir geht es um die Bilder.






Das mag ich besonders: durch das Weglassen des Bettlakens und dem spiessigen Muster der Matratze wird die unverbindliche, schnelle, seelenlose Verbindung der Beiden verdeutlicht.

20. Januar 2016

Bowie inside

Ein Schnappschuß, der jetzt passt und einen kleinen Trost bietet, denn egal wie groß das Chaos der abgelegten Dinge ist: David Bowie is inside.



19. Januar 2016

Frau Merkel ist nicht allein

Die niederösterreichische Versicherung schafft das auch! Sogar mitten in den Bergen.
Der Slogan ist ja erst jetzt relevant geworden, bisher war das schlechtes Gewerkschaftersprech. 

 

17. Januar 2016

Design Trends 2016: URBAN JUNGLE

Ich kaufe beruflich oft Stücke der H&M Home Kollektion, weil sie günstig und den Kunden meist unbekannt sind, die sehen "nicht von Ikea" und sind zufrieden. Die neue Spring Kollektion ist aber so gut und hat den aktuellen Dschungel-Blätter Trend so rasch adaptiert, dass ich diesmal auch privat zuschlagen werde. Da wächst eine ernsthafte Konkurrenz nicht nur für die anderen Schweden heran.





Der urbane Dschungel ist schon Mitte 2015 aufgetaucht, startet aber 2016 richtig durch.
Ich möchte für ein aktuelles Projekt Blätter-Tapeten wie diese verwenden:



Stilvolle an die 60er Jahre erinnernder Retro-Look Tapete "Limba" von casamance.
Oder diese etwas wildere von AS Creation:




Bisher konnte ich meinen Auftraggeber noch nicht überzeugen, vielleicht mit dem Cafe Odette in Warschau, das hat genau die Zutaten, die ich auch möchte:




Vielleicht servieren sie auch die passenden Cakes dazu? 





12. Januar 2016

Restaurant "Salonplafond"

Das Licht ist gut. Sowohl die Lichtstimmung als auch die Leuchten. 
Endlich Kalmar. Leuchten dieser traditionsreichen Wiener Firma, gegründet 1880, sieht man in Wien privat oder öffentlich so gut wie nie. Ich selbst kann sie mir nicht leisten, aber auch alle meine Auftraggeber haben bisher abgewunken. Hier hat der Kunde, Tim Mälzer persönlich die Leuchten ausgesucht. Der Architekt wollte andere. 
Überhaupt hatte es der Architekt schwer, er hat mir zu Beginn der Umbauarbeiten geschrieben, dass viele Entscheidungsträger mitreden (wie meistens) und, dass es schwer sei die gewünschte Funktionalität mit der Pracht des Raumes zu verbinden. Nun ja. Sooo schwer auch nicht, denn das hatte im ersten MAK Restaurant Herman Czech perfekt umgesetzt (s.auch hier).

Konzept Speisesaal: hell, elegant, luftig.

Danach sah es so aus:


Konzept Remmidemmi: bunt, zackig, kühl


Es konnte nicht schlimmer werden. Ist es auch nicht. Vieles ist gut, besser sowieso. 
Die Wandfarbe, die Akustik (das war der große Störfaktor in der Czech Eleganz), Möblierung und eben das Licht. Doch wieso die Abtrennung des herrlichen Raumes mit einer großen Küchenkredenz, die man ahnt es, Zuhause Gefühl erzeugen soll? 
Erzeugt sie aber nicht, eher Kulissencharme oder Themenraststättenambiente. 
Dazu passen "originelle" Requisiten wie alte Schreibmaschinen und Pinnwände, die von den Gästen benutzt werden sollen. 
Hipsterdeko-Albernheiten in einem Saal, der der Renaissance huldigt. Uncool.
Das passt zur Speisekarte, die unsensibel norddeutsch formuliert ist ("frisch gequetschter Orangensaft"). Gab's da keinen Berater? Wiener und Wien Touristen wollen Wiener Deutsch. Belehrungen der Sprache sind überaus heikel in Wien, speziell beim Essen und speziell von Deutschen. Prompt regen sich alle Kritiker darüber auf. Das trübt die Lust auf das Essen. Unnötig.
Zum Essen kann ich nichts sagen, weil um 18 Uhr kann man nur belegte Brote, Buffetsalate und Kuchen essen. Ich hatte ein Brot (viel Brot-wenig Belag). Unbefriedigend.


Konzept Wohnzimmer: heimelig, dunkel, eng

Die Lampen sehen eigentlich so aus:


Ahh

Etwas noch zur Schwierigkeit funktionale Ansprüche mit denkmalgeschützter Umgebung zu vereinen: Richtig schief gegangen ist das bei dem Weinkühler, der natürlich kühlen und dem Kunden seine Vorräte vitrinengleich zeigen muss. Aber muss er auch in wechselnden, bunten LED Licht erstrahlen? So Spielautomatenmäßig. 
Warten wir auf den Sommer, dann kann man in dem tollen, vergrößerten Gastgarten sitzen!

gibt auch rotes und blaues Licht



10. Januar 2016

Fundstück: DJ Electrine

Was ist das für ein Name: Electrine? Künstlername der Malerin? 
Heutzutage wäre das ein guter DJ Name!




Und so niedlich sah ihre Nichte aus, damals.



8. Januar 2016

Kunst: glückliche Schweine

Ein inzwischen seltenes Motiv in der Malerei: glückliche Schweine.
Diese glücklichen Viecher malte 1881 Hans Thoma. Agraridylle.
Eigentlich geht es um den Hirten, das Bild heißt "Der verlorene Sohn (Der Schweinehirt)", aber wie sooft sind die Nebendarsteller besser als die Hauptfigur.






Dazu passt, dass ich zu Weihnachten die unterhaltende, kulturhistorische Abhandlung über Schweine von Thomas Macho geschenkt bekam. Dieses Bild, das im Münchener Lenbachhaus hängt, kommt darin nicht vor. Aber unglaubliche Fotos eines japanischen Schweinehirten, der mit seinen Tieren liest, ißt, faulenzt- lebt. Obwohl auch er die Tiere nur hält, um sie zu töten, ist er voller selbstverständlicher Zuneigung. Er zeigt, wie Tierhaltung auch gehen kann, allerdings möchte ich nicht wissen, wie der Mann riecht...
Churchill soll gesagt haben, er möge Katzen nicht, weil sie auf einen herabschauen, Hunde nicht, weil sie zu einem aufschauen, aber Schweine mag er, weil sie einen auf Augenhöhe ansehen. Leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit.

5. Januar 2016

Assoziationen: König Leopold - Phil Spector

Es ist doch immer inspirierend ins KHM zu gehen (Kunsthistorische Museum Wien). 
Zum Beispiel für diese Statur von Leopold dem Ersten (1640-1705), und die Anekdote einer nachhaltigen, künstlerischen Rache. König Leopold wollte nämlich angeblich dem Bildhauer, der ihn für die Pestsäule verewigen sollte, nicht den vereinbarten Lohn bezahlen. Daraufhin hat der Künstler den wegen der vorstehenden Unterlippe bekannt unhübschen König noch häßlicher dargestellt. Damit hat Leopold wohl nicht gerechnet und auch nicht bedacht, dass Kunst, vor allem die aus Stein, ewig ist.
Der Volksmund nennt den zuvor "Türkenpoldi" Gerufenen, seitdem "Fotzenpoidl". Wie gesagt, eine nachhaltige Rache.



Erinnert mich aber auch an diesen Ungustl