10. Oktober 2015

Lovely Things: Technik

Das Klischee, Frauen interessieren sich viel weniger für Technik als Männer, stimmt. Bei mir. 
Ich bin viel desinteressierter an Technik als alle nicht technikaffinen Männer, die ich kenne. Da bin ich nicht zu toppen, zum Leidwesen meiner Kinder, Mädchen übrigens, die sich ganz gut in technischen Dingen auskennen, und die sich für mich oft fremdschämen. Aber mich stört das nicht. Ich werde gerne auf einen gesellschaftlichen Stereotyp reduziert, wenn ich dafür mit Technikkram in Ruhe gelassen werde, weil bitte, das ist so langweilig. 
Aber die (männlichen) Designer entwickeln immer mal wieder Geräte, die sogar mich begeistern. Drei davon wurden auf der Londoner Designmesse vorgestellt und ich gebe zu, die will ich haben:

1. Das Mobiltelefon MP 01 der Schweizer Firma Punkt, designt von Jasper Morrison.
Das ist ein Gerät ohne Internetverbindung, nur zum Telefonieren und Versenden von Textnachrichten. Ach ja, eine Weckfunktion gibt es auch noch. 
Mir gefällt das Aussehen, die hohe Qualität der Verarbeitung, die Übersichtlichkeit, die lange Akkudauer (im Standby Modus fast 1 Monat), und die Haltung, weniger als möglich anzubieten. Leider kostet die Reduktion auf das Wesentliche fast 300 €. Das ist doof.




Die technischen Details, wen's interessiert:




2. Der Fernseher Serif TV von Samsung, designt von Erwan und Ronan Bouroullec.
Bisher sah ein Fernseher nur gut aus, wenn er nicht zu sehen oder alleine war. So wie in den ersten eigenen Wohnungen, eine Matratze am Boden, daneben der Fernseher. Das ging, egal welches Modell. Die inzwischen üblichen, hängenden Flat TV's dagegen ruinieren jede Wand, weil kein Bild neben einem schwarzen Fleck bestehen kann. Also hängt er dann wichtig allein an der Wand, obwohl er gar nicht so wichtig ist, also schon notwendig für meine Generation, weil am Laptop oder Computer Filme ansehen ist nicht meins, aber eigentlich nicht wichtig. Ein Dilemma, das der Serif TV löst. Die optische Inspiration war der Buchstabe I mit Serifen. Schick.




Auch als Standmodell ohne Gestell, in drei Größen, drei Farben, hübsch.
Leider konnte ich keine Preise finden, er kommt auch vorerst nur in Frankreich, UK, Dänemark und Schweden auf den Markt.




3. Die Stereo Anlage Serpentine, designt vom Studio Osloform.
Auch hier wird das Prinzip "weniger ist mehr" vertreten. Mintgrüne Holzfaserplatten ergänzt mit Messingdetails, lassen die HIFI Technik elegant im Verborgenen verschwinden. Die Steuerelemente sind rückseitig angebracht und wer es wissen will, es gibt einen eingebauten Vorverstärker, 4-Zoll-Breitbänder von Tangband und eine Endstufe von Bang & Olufsen. Toll.





Also, wenn Technik schön ist, interessiert 's mich doch.